Wunsch und Wirklichkeit: Zwei Drittel der Wiener:innen wollen Wohneigentum, ein Fünftel hat es verwirklicht

Wohnen wird immer mehr zum wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Brennpunkt-Thema: Der Anteil der Wohnkosten an den Haushaltseinkommen wächst, Immobilienpreise und Mieten steigen, die Vergabe von Wohnbaukrediten wurde deutlich restriktiver. Doch der Wunsch nach Wohneigentum ist ungebrochen, auch in der Zwei-Millionen-Stadt Wien. Diese und weitere Fragen rund um das Thema Wohnen haben wir im Rahmen unserer aktuellen Studie für ORF Radio Wien mit Unterstützung unseres Feldpartners Bilendi behandelt. Die Devise lautet „My Home Is My Castle“ und auch sonst sind die Einstellungen der Wiener:innen zum Wohnen eher traditionell: Die beliebteste Wohnform ist das Einfamilienhaus, die begehrteste Lage der Stadtrand. Eine klare Mehrheit wünscht sich möglichst viel Platz im eigenen Wohnraum. Nur eine Minderheit sehnt sich nach einer „neuen Bescheidenheit“ mit weniger Besitz und einem einfacheren Leben. Die Hälfte hätte gerne Gemeinschaftsflächen und -räume in ihrem Wohnumfeld, mit Fokus auf Grünanlagen, Ruhezonen und Sporteinrichtungen.


65 % der Wiener:innen stimmen der Aussage sehr oder eher zu, dass sie ihre Wohnung oder Haus lieber besitzen als mieten. Und dies, obwohl die Immobilienpreise im Durchschnitt der vergangenen Jahren deutlich über der Inflationsrate zugelegt haben und die Vergabe von Immobilienkrediten deutlich restriktiver geworden ist (Stichwort: „KIM-Verordnung“). Die tatsächliche Wohnungseigentumsquote der Wiener Haushalte liegt laut Daten der Statistik Austria hingegen bei 20 % (Österreich gesamt: 48 %). Hier klaffen also Wunsch und Wirklichkeit deutlich auseinander.

Eine ebenso eher traditionelle Haltung nehmen die Wiener:innen bei der Frage ein, wieviel Fläche sie zum Wohnen wünschen. 67 % stimmen der sinngemäßen Aussage „je mehr, desto besser“ zu. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch – naturgemäß – bei Familien mit Kindern (71 %). Dem Gedanken einer „neuen Bescheidenheit“ können dagegen nur 37 % etwas abgewinnen und nur 22 % bevorzugen gemeinschaftliche Wohnformen gegenüber dem Einfamilienhaus.

Immerhin 42 % können dem Konzept eines „Tiny House“, also Häusern mit oft nicht mehr als 30 qm Grundfläche, etwas abgewinnen. Motto: „Klein, aber mein.“


Traditionell sind auch die Meinungen zur idealen Wohnform: 44 % der Wiener:innen sehen diese im Einfamilienhaus mit Garten verwirklicht. Dies ist insofern bemekenswert als lediglich 8 % der Wiener:innen tatsächlich in einem Einfamilienhaus leben (Quelle: Statistik Austria). Denn in vielen Fragen prägen die tatsächlich gegebenen Umstände auch das Meinungsbild. In anderen Worten: Man hat sich mit der Realität angefreundet. Dies scheint in diesem Fall nicht zuzutreffen.

Für Eigentumswohnungen mit 25 % und Mietwohnungen mit 21 % ist die Präferenz sehr ähnlich. Die Frage, ob Eigentum oder Miete spielt hier keine entscheidende Rolle. Fazit: Wohnform schlägt Rechtsform.

Einfamilienhäuser werden vor allem von jungen Menschen unter 30 (49 %) und Familien mit Kindern (56 %) bevorzugt. Eigentumswohnungen stehen bei Befragten mit Matura höher im Kurs (31 %) als bei anderen (20 %), was in vielen Fällen auch mit dem Einkommen und der Finanzierbarkeit korreliert. Die relativ höchste Präferenz für Mietwohnungen haben Menschen über 50 (28%), was ebenfalls durch die Lebenssituation erklärbar ist.


Kurt Tucholsky schreibt in seinem Gedicht „Das Ideal“ von einer „Villa im Grünen, vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße“. Etwas ähnlich sehen es die Wiener:innen, wenn es um ihre bevorzugte Wohnlage geht: 45 % würden am liebsten am Stadtrand wohnen und wollen damit vermutlich die Vorteile von Stadt und Land kombinieren. Auffällig ist, dass bei Bewohner:innen der Außenbezirke, insbesondere im 21. und 22. Bezirk, dieser Wunsch stark überdurchschnittlich ausgeprägt ist (58 %). Wunsch und Realität liegen hier recht nahe beisammen.

33 % präferieren eine innerstädtische Lage, vor allem junge Menschen unter 30 (39 %) und, vielleicht etwas überraschend, auch Familien mit Kindern (38 %). Eine mögliche Erklärung dafür sind Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen im innerstädtischen Bereich, wo ein dichteres Angebot und mehr Wahlmöglichkeit vermutet wird.

15 % der Wiener:innen würden am liebsten „am Land“ wohnen. Dies ist eine klare Minderheit, liegt jedoch noch vor der letztgereihten Option „Kleinstadt“. Hier scheinen die Hauptstädter:innen die Haltung einzunehmen: „Wenn schon Stadt, dann richtig.“


Dokumentation der Studie: Online-Befragung über das Bilendi-Panel, repräsentativ für die Wiener Bevölkerung zwischen 16 und 79 Jahren, n = 501, max. Schwankungsbreite der Gesamtstichprobe +/- 4,2 %Befragungszeitraum: 21. bis 27. Mai 2026, mobile Beantwortung: 69 %

Will keiner mehr arbeiten? Was es mit Teilzeit und Work-Life-Balance wirklich auf sich hat und welche Rolle KI spielt

Es war im Vorjahr eines der großen politischen Aufreger-Themen: Die Annahme, dass der dominante Grund für Teilzeitarbeit die Work-Life-Balance sei, wurde intensiv diskutiert. Im Rahmen unserer Kooperation mit ORF Radio Wien und unseres Feldpartners Bilendi sind wir dieser Frage auf den Grund gegangen. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Wiener Teilzeitbeschäftigten (laut Statistik Austria 30,5 % aller Dienstnehmer:innen) hat diese Beschäftigungsform NICHT wegen der Work-Life-Balance gewählt, sie spielt aber eine wesentliche Rolle. Die Hälfte von ihnen ist mit dem aktuellen Beschäftigungsausmaß zufrieden, Aufstocken würden eher jene gern, die über 25 Wochenstunden arbeiten. Als Hauptvorteil der Teilzeit gilt die Vereinbarung von Beruf und Familie, Sorgen macht hingegen die Altersvorsorge. Apropos Sorgen: KI wird aktuell nicht als der große Jobkiller gesehen. Die Hälfte der Wiener Erwerbstätigen macht sich keine Sorgen darüber.


41 % der Wiener Erwerbstätigen in Teilzeit geben an, dass sie diese Beschäftigungsform gewählt haben, um mehr Zeit für sich selbst zu haben (Work-Life-Balance). 59 % der Erwerbstätigen, also in Summe die Mehrheit, gibt andere Gründe an, 26 % zum Beispiel die eigene physische oder mentale Gesundheit, die längeres Arbeiten nicht zulässt. Fazit: Die viel diskutierte Work-Life-Balance ist kein Mehrheitsprogramm, spielt aber insgesamt eine wesentliche Rolle. Besonders stark ist das Motiv Work-Life-Balance bei Teilzeitbeschäftigten mit über 25 Wochenstunden ausgeprägt (52 %). Bei Beschäftigten mit bis zu 25 oder weniger Wochenstunden deutlich geringer (30 %). Aus wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Sicht wäre vor allem in diesem „25+ Segment“ eine Beschäftigungsreserve zu mobilisieren.


Knapp die Hälfte (45 %) der Teilzeitbeschäftigten ist mit ihrem aktuellen Beschäftigungsausmaß zufrieden und möchte nicht auf Vollzeit aufstocken. Dabei wären, wie schon zuvor angeführt, eher noch jene zu motivieren, die 25 oder weniger Wochenstunden arbeiten: Hier sind lediglich 38 % zufrieden mit ihrem Beschäftigungsausmaß. Wenn man noch jene berücksichtigt, die lieber weiter reduzieren würden (15 %), dann verbleiben 47 % dieser Gruppe, die gerne aufstocken würden. Eine weitere interessante Erkenntnis: Besonders stark ist der Wunsch nach Teilzeit in der Generation 50+. Hier sind 51 % mit Teilzeit zufrieden und wollen nicht aufstocken, weitere 26 % sogar weiter reduzieren.


71 % aller Wiener Erwerbstätigen sehen den Hauptvorteil von Teilzeit in der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Immerhin 45 % nehmen eine unternehmerische Perspektive ein und argumentieren, dass Teilzeitbeschäftigte motivierter und produktiver sind.

Bei den Nachteilen von Teilzeit liegt klar an erster Stelle das Risiko einer zu geringen Altersvorsorge und, im Extremfall, von Altersarmut. Jeweils rund 6 von 10 sehen weniger Karrierechancen und die Gefahr, dass Teilzeitbeschäftigte letztlich ähnlich viel wie Volllzeitbeschäftigte arbeiten müssen, dies aber nicht entlohnt bekommen. Eine Minderheit, aber immerhin noch ein Drittel, meint, dass Teilzeitbeschäftigte im Unternehmen weniger ernst genommen werden.


Bei einer Studie zur Arbeitswelt darf heutzutage das Thema Künstliche Intelligenz (KI) nicht fehlen. Die Hälfte der Wiener Erwerbstätigen (49 %) sieht den eigenen Job derzeit und in absehbarer Zukunft nicht gefährdet. 35 % sehen aktuell auch kein Risiko, schließen es für die Zukunft aber nicht aus. 11 % sehen derzeit ihren Job durch KI definitiv als bedroht an. Unter Selbständigen und Führungskräften (17 %) ist diese Befürchtung stärker ausgeprägt als unter Beschäftigten ohne Leitungsfunktion (9 %). Deutlich mehr Sorgen haben auch unter 30-jährige (22 %) als ihre älteren Kolleg:innen. Möglicherweise haben diese mehr Einblick in die Technologie und sehen dadurch eine konkretere Gefährdung. Jedenfalls werden sie aber noch länger berufstätig sein, was das Risiko naturgemäß erhöht.


Dokumentation der Studie: Online-Befragung über das Bilendi-Panel, repräsentativ für die Wiener Bevölkerung zwischen 16 und 79 Jahren, n = 501, max. Schwankungsbreite der Gesamtstichprobe +/- 4,2 %Befragungszeitraum: 02. bis 10. April 2026

Das digitale Kleidungsstück: 6 von 10 fühlen sich ohne Smartphone „nackt“

Das Smartphone ist für viele ein zentraler Lebensbestandteil. In der jüngsten Triple M Studie für ORF Radio Wien mit Unterstützung unseres Feldpartners Bilendi sagen 6 von 10 Wiener:innen, dass sie sich „nackt“ oder unvollständig fühlen, wenn sie ohne Smartphone außer Haus gehen. Diese Grundhaltung kommt in vielen weiteren Verhaltensweisen und Meinungen zum Ausdruck, von der Bildschirmzeit über den Wunsch nach dem neuesten Gerät bis hin zu den Tagesroutinen. Und: Trotz oder gerade wegen der zentralen Stellung des Smartphones ist eine deutliche Mehrheit der Wiener:innen für ein Social Media Verbot von Jugendlichen.


27 % der Wiener:innen stimmen der Aussage voll zu, dass sie sich „nackt“ oder unvollständig fühlen, wenn sie ohne Handy außer Haus gehen, weitere 36 % eher (Summe: 63 %). Bei den Unter 30-jährigen sind es sogar 83 % (50+: 50 %), unter den befragten Frauen 68 % (Männer: 57 %). Das Smartphone bzw. Handy ist damit im wahrsten Sinne des Wortes zu einem unverzichtbaren Wegbegleiter geworden. Durch die Übernahme immer mehr essenzieller Funktionen wie zuletzt der E-Card am Handy, wird dieser Trend weiter verstärkt.


Dementsprechend hoch ist die Bildschirmzeit: Laut Selbsteinschätzung sind es im Durchschnitt 4 Stunden pro Tag, laut Nutzungsstatistik am Smartphone 3,9 Stunden. Bei den Unter 30-jährigen sind es sogar 5,5 Stunden. Zum Vergleich: Die tägliche Zeitverwendung für Freizeit und soziale Kontakte liegt österreichweit bei rund 5,6 Stunden, wie die Statistik Austria ausweist. Auch das unterstreicht, wie zentral das Smartphone als Lebensbestandteil ist.


Rund die Hälfte der Wiener:innen sieht daher auch einige Verhaltensweisen an sich selbst, die zumindest teilweise als problematisch eingestuft werden können. Genau 50 % räumen selbstkritisch ein, dass sie mehr Zeit am Smartphone verbringen als gewünscht. Wieder stechen die Unter 30-jährigen hervor: 73 % stimmen dieser Aussage voll oder eher zu. Zunehmend wird der Griff zum Handy auch zur Verlegenheitsgeste oder zum Ritual, was 47 % der Wiener:innen an sich selbst beobachten.


Eine Folge dieses Verhaltens ist der Stellenwert, den die Hardware hat: 27 % meinen, meist eines der oder das neueste Modell zu haben. Ob dies technische Anforderungen oder Innovationen rechtfertigen, ist sekundär. Es geht um den Ausdruck eines Status und das Gefühl immer up-to-date zu sein. Mit dem Alter nimmt dieser Wunsch klar ab (bis 30: 34 %; 50+: 21 %). Zwischen Männern (29 %) und Frauen (26 %) ist das Ergebnis jedoch recht ausgeglichen; bei der Frage nach einem Tech-Feature für manche vielleicht überraschend.

Wie ist nun vor dem Hintergrund dieser hohen Smartphone-Affinität die Meinung zum geplanten Social Media Verbot für unter 14-jährige: Eine sehr große Mehrheit von 77 % stimmt diesem voll oder eher zu. Besonders hoch ist die Zustimmung von Personen mit Kindern unter 14 im Haushalt mit 84 %. Dies passt zur zumindest teilweise selbstkritischen Einschätzung der Wiener:innen in Bezug auf die eigene Smartphone-Nutzung. Viele wollen offenbar Kinder und Jugendliche vor zu viel Bildschirmzeit bewahren.


Dokumentation der Studie: Online-Befragung über das Bilendi-Panel, repräsentativ für die Wiener Bevölkerung zwischen 16 und 79 Jahren, n = 501, max. Schwankungsbreite der Gesamtstichprobe +/- 4,2 %Befragungszeitraum: 02. bis 10. April 2026

Sehr zum Wohl: Die Getränkepräferenzen und Trinkgewohnheiten der Wiener:innen

Das Glas Wein und die Gemütlichkeit beim Wiener Heurigen gehören einerseits zu den Gründungslegenden der Republik – ein Drittel der Wiener:innen glaubt weiterhin an das „gesunde Achterl“. Andererseits sind Getränke einer der wichtigsten Teilmärkte im FMCG-Bereich (Fast Moving Consumer Goods) und werden auch mit gesellschaftlichen Problemen in Zusammenhang gebracht (Zucker, Alkohol). Im Rahmen unserer Kooperation mit ORF Radio Wien und mit Unterstützung unseres Feldpartners Bilendi haben wir untersucht, wie die Wiener:innen ihr Trinkverhalten sehen, welche Getränke sie präferieren und was Motive und Barrieren für den alkoholfreien Genuss sind.


18 % der Wiener:innen trinken nach Eigenangaben gar keinen Alkohol. 9 % meinen, dass dies auf ihre Bekannten und Freund:innen zutrifft. Diese projektive Fragestellung ist hilfreich, um sozial erwünschtes Antwortverhalten zu korrigieren. Ein Vergleichswert des Gesundheitsministeriums für Österreich liegt bei 14 %. Die Zahl der Abstinenten ist unter Frauen (22 %) und bei den unter 30-jährigen (27 %) deutlich über dem Schnitt.


Limonaden und Fruchtsäfte führen das Getränke-Ranking an (Wasser aufgrund der generischen Verwendung nicht angeführt). 4 von 10 Wiener:innen trinken zumindest gelegentlich Wein oder Bier. Alkoholisches Bier ist eine Männer-Domäne (Männer: 58 %; Frauen: 22 %), während der Konsum von alkoholfreiem Bier ausgeglichen ist (M: 15 %; F: 12 %). Frauen greifen dafür häufiger zu alkoholischen Misch-getränken wie Aperol oder Hugo (M: 19 %; F: 31 %).


54 % der Wiener:innen, die zumindest gelegentlich alkoholfreie Getränke konsumieren, trinken diese wegen des Geschmacks. Dieses Motiv ist bei unter 30-jährigen besonders ausgeprägt (62 %). Dahinter folgen drei gesundheits-bezogene Motive, wobei sich hier kein klarer Alterstrend zeigt. Gesundheitsargumente haben in Zusammenhang mit alkoholfreien Getränken in allen Altersgruppen einen relevanten Stellenwert.


Der Geschmack ist auch das beste Argument, um Personen, die keine der vorgegebenen Analkoholika konsumieren, davon zu überzeugen. An zweiter Stelle stehen wiederum gesundheitliche Aspekte, wobei hier das mögliche Motiv „weniger Kalorien“ am häufigsten genannt wird. Der Preis spielt hingegen eine eher untergeordnete Rolle.


Dokumentation der Studie: Online-Befragung über das Bilendi-Panel, repräsentativ für die Wiener Bevölkerung zwischen 16 und 79 Jahren, n = 500, max. Schwankungsbreite der Gesamtstichprobe +/- 4,2 %Befragungszeitraum: 26. Februar bis 09. März 2026

Abnehmen: Die Wohlstands-Challenge zwischen Sport, Ernährung, Social Media und Abnehmspritze

Abnehmen gehört zu den großen Herausforderungen unserer Wohlstandsgesellschaft. Dafür sorgen nicht zuletzt Social Media, die vor allem das Selbstbild von Mädchen und jungen Frauen beeinflussen. Die große Mehrheit der Wiener:innen ist mit ihrem Gewicht zufrieden, ein Viertel will abnehmen, mehr als ein Drittel hat dies schon erfolgreich getan. Sport und Ernährung gelten als Schlüssel dazu, nur 4 % würden auf die Abnehmspritze setzen. In einer Studie für den ORF Wien und mit Unterstützung unseres Feldpartners Bilendi sind wir diesen Fragen auf den Grund gegangen.


So ist die Ausgangslage: 26 % der Wiener:innen wollen abnehmen, weitere 39 Prozent denken zumindest gelegentlich daran (insgesamt: 65 %). Laut Statistik Austria lag 2019 der Anteil der Wiener:innen mit Übergewicht bei 32 %, also etwas höher. 29 % sind mit ihrem Gewicht zufrieden, Frauen (23 %) und Über-50jährige (25 %) liegen unter dem Durchschnitt. 5 % meinen, sie kämpfen mit einem zu niedrigen Gewicht.


Immerhin: 36 % der Wiener:innen haben schon erfolgreich abgenommen,
24 % blieb dies verwehrt, unter den Über-50jährigen sind es 28 %. Wenig überraschend: Mit dem Alter scheint das Abnehmen schwieriger zu werden. Ebenfalls 36 % haben noch keine ernsthaften Abnehm-Versuche unternommen. Hier liegen Männer mit 43 % deutlich vor Frauen mit 30 %.


„Es lebe der Sport“: Die große Mehrheit der Wiener:innen hält diesen für das beste Mittel zur Gewichtsreduktion, gefolgt von Grundsatzmaßnahmen in der Ernährung. Diäten und Fasten werden als weniger effektiv eingestuft. Lediglich
4 % halten im Vergleich die Abnehmspritze für geeignet. Das überrascht insofern, als diese 2024 Dänemark sogar ein über-durchschnittliches BIP-Wachstum eingebracht hat, wie Wirtschaftsforscher berichteten.


Darüber hinaus erfreut sich die Abnehmspritze hoher Bekanntheit, vor allem unter den Wiener:innen über 50.

Jedoch zeigt sich auch hier: Fast die Hälfte der Wiener:innen meint, dass diese nur in Kombination mit Sport/Bewegung und gesunder Ernährung eingesetzt werden sollte. Ein einfaches das „Übergewicht wegspritzen“ ist aus Sicht der Wiener:innen keine Option.


Wohl wenig überraschend spielen Social Media eine wesentliche Rolle für dieses Thema, zumindest sehen es die Wiener:innen so. 87 % meinen, dass Social Media Mädchen und jungen Frauen vorgeben, wie ihre Figur zu sein hat. Bei Burschen und jungen Männer sind es immerhin auch 67 %, aber der vermutete gesellschaftliche Druck ist doch deutlich geringer.


Dokumentation der Studie: Online-Befragung über das Bilendi-Panel, repräsentativ für die Wiener Bevölkerung zwischen 16 und 79 Jahren, n = 500, max. Schwankungsbreite der Gesamtstichprobe +/- 4,2 %Befragungszeitraum: 26. Februar bis 09. März 2026

Gesundheit: Zwei Drittel greifen häufig oder gelegentlich zu alten Heil- und Hausmitteln

Im Rahmen unserer Kooperation mit ORF Wien und mit Unterstützung unseres Feldpartners Bilendi sind wir der Frage nachgegangen, wie die Wienerinnen und Wiener über alte Heilmittel und Hausmittel denken. Kurz zusammengefasst: Sie spielen im persönlichen „Gesundheitsmanagement“ eine wesentliche Rolle, wie die folgenden Daten zeigen.

68 % wenden alte Heil- und Hausmittel regelmäßig oder zumindest gelegentlich an. Auffällig ist der deutliche Unterschied zwischen Frauen (75 %) und Männern (62 %). Vermutlich haben Frauen mehr Affinität zu alternativen und komplementären Gesundheitskonzepten. Ein ähnlicher Trend zeigt sich in den Altersgruppen: Während 72 % der über 50-jährigen derartige Heil- und Hausmittel anwenden, sind es bei den unter 30-jährigen 64 %.

Worauf vertrauen nun die Wiener:innen, wenn sie Haus- und alten Heimitteln greifen? 28 % nennen spontan Tees. Das in den letzten Jahren stetig gewachsene Sortiment an Früchte-, Kräuter- und anderen Tees bestätigt diesen Trend und dürfte darauf zurückzuführen sein. Dahinter folgen mit einigem Abstand Hausmittel im engeren Sinn (z.B. Umschläge) sowie Honig als weiteres Konsumgut. Diese Nennungen erfolgten spontan. Wenn Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden (gestützte Abfrage), dann meinen 46 %, dass sie Honig als Heilmittel verwenden. Besonders beliebt scheint dieser in Haushalten mit Kindern unter 14 Jahren, wo 58 % bei Beschwerden zu Honig greifen. Die Vorteile erscheinen klar: Süß und einfach in der Anwendung.

Im Verhältnis zur Schulmedizin meint eine relative, aber klare Mehrheit von 46 %, dass alte Heilmittel eine Ergänzung sein sollten. Immerhin 21 % sehen in bestimmten Fällen einen Ersatz für die Schulmedizin. Lediglich 3 % sind der Ansicht, dass diese Heilmittel insgesamt keine große Rolle spielen sollten. Fazit: Alte Heil- und Hausmittel haben einen fixen Platz im „Gesundheitsmanagement“ der Wiener Haushalte, als Ergänzung, aber für die meisten nicht zu ersetzen. Anbietern von Gesundheitsleistungen und -produkten ist zu empfehlen, diese Haltung nicht zu ignorieren.

Diese Studie wurde im Rahmen der Talk im Turm Serie unseres Kooperationspartners ORF Wien präsentiert. Alle Ergebnisse und Kommentare zum Nachhören gibt es hier.


Dokumentation der Studie: Online-Befragung, repräsentativ für die Wiener Bevölkerung zwischen 16 und 79 Jahren, n = 500, max. Schwankungsbreite der Gesamtstichprobe +/- 4,2 %Befragungszeitraum: 14. – 19. Jänner 2026

Land der Bücher: Zwei Drittel der Österreicher:innen lesen regelmäßig

Heute geht es um eine Studie, die wir mit Unterstützung unseres Feldpartners Bilendi erstellt haben und die uns besonders am Herzen liegt: Denn die meisten bei Triple M sind Bücher- und Literatur-Freunde. Offenbar sind wir damit nicht allein: 64 Prozent aller Österreicher:innen lesen regelmäßig Bücher, also zumindest einmal in der Woche. Dabei sind Frauen (73 Prozent) regelmäßige Leserinnen deutlich aktiver als Männer (56 Prozent).

Die Digitalisierung macht auch nicht vor dem Lesen von Büchern halt: 35 Prozent der Österreicher:innen besitzen einen E-Reader. 68 Prozent von ihnen schätzen, dass E-Reader platzsparend sind und sehen darin quasi eine persönliche Bibliothek im Taschenformat. 60 Prozent halten die Geräte für leicht und handlich. 41 Prozent sind von dem sofortigen Zugriff auf neue Bücher angetan. 

Literatur ist nicht nur zum Lesen da. Hörbücher erscheinen aktuell als starker Trend. Immer mehr Freunde und Bekannte erzählen, dies und jenes im Auto, in der Bahn oder beim Sport gehört zu haben. Wie stark ist der Trend wirklich? 38 Prozent der Östereicher:innen hören zumindest gelegentlich Hörbücher, wobei der harte Kern eine Nische von 7 Prozent ist. Zu betonen ist, dass die Frage dezidiert auf „Hörbücher“ abzielte und nicht auf Podcasts, die vermutlich eine deutlich höhere Verbreitung haben.


Dokumentation der Studie: Online-Befragung im November 2025, repräsentativ für die österreichische Wahlbevölkerung 16+, n = 792, davon 112 Interviews mit Befragten, die am Heiligen Abend verreisen (würden), max. Schwankungsbreite der Gesamtstichprobe +/- 3,5 %Befragungszeitraum: 13. – 19. November

Mojito schlägt Jagatee: Mehrheit will Strand- statt Winterurlaub zu Weihnachten

Aktuelle Triple M Studie zeigt: 14 Prozent der Österreicher:innen verreisen am Heiligen Abend oder würden gerne, von diesen will die Mehrheit ins Warme.

„Es ist ein Ergebnis, das den österreichischen Touristiker:innen vielleicht nicht gefällt: 61 % der Österreicher:innen, die am Heiligen Abend verreisen oder es gerne würden, wollen einen Urlaub mit Strand und Sonne, nur 24 % den klassischen Winterurlaub im Schnee,“ so Triple M Chefin Christina Matzka zu den Ergebnissen ihrer aktuellen Studie. „Zwischen tatsächlichem Verhalten und geäußerten Wünschen ist noch ein weiter Weg, aber die Studie zeigt eine Grundeinstellung, die dem österreichischen Tourismus nicht in die Karten spielt,“ so Matzka weiter.

Als Gründe sehen die Triple M Marktforscher:innen: 1. Eine generelle Diversifizierung der Konsumpräferenzen, ‚Ski Only‘ ist schon lange vorbei. 2. Der Klimawandel zehrt am Idealbild des Winter Wonderland. Matzka: „Wenn man schon ins Grüne reist, dann lieber richtig.“; 3. Viele Menschen mit Migrationshintergrund, 28 % der Gesamtbevölkerung, haben kaum oder wenig Bezug zu Outdoor-Aktivitäten im Winter.

Vielleicht überraschend: Bei den unter 30-jährigen ist der Wunsch nach einem Winterurlaub mit 54 % massiv stärker ausgeprägt als bei der Generation 50 Plus mit 15 %. Matzka: „Dies ist aus Sicht der österreichischen Tourismuswirtschaft einerseits positiv, da der Markt offenbar ‚nachwächst‘, andererseits sind die über 50-jährigen eindeutig kaufkräftiger.“


Dokumentation der Studie: Online-Befragung im November 2025, repräsentativ für die österreichische Wahlbevölkerung 16+, n = 792, davon 112 Interviews mit Befragten, die am Heiligen Abend verreisen (würden), max. Schwankungsbreite der Gesamtstichprobe +/- 3,5 %Befragungszeitraum: 13. – 19. November

Wien-Wahl: Treffsichere Triple M Studie dank hoher Stichprobenqualität

Zufrieden blicken wir auf das vergangene Wahlwochenende. Denn unsere Anfang April für das Nachrichtenmagazin NEWS erhobene Studie zur Wien Wahl hat sich als sehr treffsicher erwiesen. Bei fünf von sieben Partei-Ergebnissen konnten wir eine Punktlandung erzielen, bei zwei gab es größere Abweichungen, so ehrlich muss man sein :-).

Bei SPÖ, NEOS, ÖVP, KPÖ und HC Strache lagen die von uns prognostizierten Werte durchgängig unter
1 Prozentpunkt von den tatsächlichen Ergebnissen entfernt. Lediglich bei FPÖ und Grünen war die Differenz – leider deutlich – größer. Warum? Eine mögliche Ursache könnte das Deklarationsverhalten der Wähler:innen sein: Aufgrund des allgemeinen, positiven Trends für die FPÖ geben mehr Menschen an, diese Partei zu wählen, als sie es dann tatsächlich tun. Bei den Grünen könnte es genau umgekehrt sein. Dennoch sind wir mit unserer Prognose und den fünf von sieben möglichen Treffern mehr als zufrieden und sehen uns in unserer Arbeitsphilosophie bestätigt. Denn wir setzen auf eine konsequente Qualitätspolitik bei Stichprobenziehung und Datenkontrolle, die durch eine Software des österreichischen Anbieters Redem erfolgt. Egal ob Wahlen, Meinungsumfragen oder Markterhebungen für kommerzielle Produkte oder Themen: Eine saubere, repräsentative Stichprobe ist die Grundvoraussetzung für valide Analysen.

Treffsichere Prognose zur Nationalratswahl 2024

Wien, 4. Oktober 2024

Insgesamt war die Nationalratswahl 2024 keine Wahl der großen Überraschungen: Sämtliche seriöse Umfragen hatten die Eckpfeiler des Wahlabends im Vorhinein abgesteckt: Platz 1 für die FPÖ, die ÖVP mit großer Sicherheit auf Platz 2, die NEOS vor den Grünen im Ziel und geringe Chancen für die Kleinparteien, die 4% Hürde zu schaffen.

Auch unsere Hochschätzung* zeigt eine hohe Treffsicherheit: sie lag sowohl bei der Wahlbeteiligung mit 78% genau am Punkt als auch – bis auf zwei Abweichungen – beim tatsächlichen Wahlergebnis. Dies widerlegt die oft auch von Medien geäußerte Kritik an der Zuverlässigkeit von Umfrage-Ergebnissen im Vorfeld von Wahlen und beweist die Stärke differenzierter Umfragen und Fingerspitzengefühl bei deren Interpretation.

*Triple M Matzka Insights GmbH für das Nachrichtenmagazin NEWS, 1.000 Interviews repräsentativ für die österreichische wahlberechtigte Bevölkerung, Deklarationsquote Sonntagsfrage 81%, Online Befragung anhand eines professionellen Online-Access-Panels, maximale Schwankungsbreite +/- 3,1%, Erhebungszeitraum 26. August bis 03. September 2024. Die Erhebung entspricht den Qualitätskriterien des VdMI.

Externe Faktoren beeinflussten Wahlverhalten

Nachdem mit heutigem Datum das vorläufige Endergebnis vorliegt, zeigt sich aus unserer Sicht ein deutliches Bild bei der Analyse der Abweichungen. Generell lassen sich Meinungsumschwünge auf externe Faktoren und Entwicklungen in den letzten Wochen vor einer Wahl erklären – dazu zählen Ereignisse wie beispielsweise die Veröffentlichung des Ibiza-Videos vor der EU-Wahl 2019, die Medienberichterstattung als auch die Mobilisierungs-Erfolge von politischen Kampagnen und Parteien.

Die Hochschätzung eines Wahlausgangs ist und bleibt eine Momentaufnahme. Beim aktuellen Ergebnis haben wir diesen Umstand stark zu spüren bekommen – die letzten 3 bis 4 Wochen vor den Wahlen hatten großen Einfluss auf das Meinungsbild der Wählerinnen und Wähler.

Christina Matzka, Triple M Gründerin

Analyse der Triple M-Einschätzung zum Wahlergebnis

Die Abweichungen zwischen unserer Hochschätzung und dem Wahlausgang im Überblick:

1: Die ÖVP schnitt besser ab als prognostiziert.

2: Die Bierpartei verfehlt den Einzug ins Parlament.

Beim ersten Punkt dürfte die Hochwasserkatastrophe der ÖVP in die Hände gespielt haben: Bedrohliche Naturereignisse – und die darauffolgende solidarische Unterstützung der Bevölkerung – nützen in den meisten Fällen den regierenden Parteien. Letztendlich verantworten diese die Verteilung staatlicher Hilfen und können dadurch indirekt auch durch höhere Medienpräsenz in der öffentlichen Meinung punkten. Auch die Solidarität mit den Opfern und Unterstützung für Betroffene von Seiten der Gemeinden – in Österreich sind rund 7 von 10 Gemeinden ÖVP-geführt – könnten die Stimmung auf den letzten Metern noch in Richtung ÖVP gedreht haben.

Ausschlaggebend für die zweite Abweichung – das deutlich schlechtere Abschneiden von Dominik Wlazny’s Bierpartei – war aus unserer Sicht nicht nur das erstgenannte Faktum („keine gute Zeit für Kleinstparteien“), sondern auch die (mediale) Performance des Spitzenkandidaten. Nachdem Wlazny im Frühjahr als Sympathieträger in den Wahlkampf gestartet war, waren die letzten Wochen vor der Wahl von einer zunehmend kritischen Berichterstattung dominiert. Vorwürfe in Richtung fehlender (Programm-)Inhalte, “Message control” im Umgang mit Journalist:innen sowie eine unklare personelle Aufstellung machten die Runde – und ließen viele potenzielle Bier-Wähler:innen letztendlich doch eine andere Wahl treffen.