Trinkgeld-Vorschläge auf Bezahlterminals finden wenig Anklang

Gäste empfinden die Vorbelegung als Bevormundung

Viele Trends aus den USA finden früher oder später den Weg über den Atlantik, so seit kurzem auch, dass dem mit Debit- oder Kreditkarte zahlenden Gast bestimmte Trinkgeldbeträge in Prozent oder Euro vorgeschlagen werden. Aus Sicht der Gastro-Mitarbeitenden und auch der Unternehmen mag das verständlich sein, bei den Wiener Gästen kommt dies aber nicht gut an: 36 % halten diese Regelung für sehr schlecht, weitere 27 für eher schlecht. Die am Bezahltermin vorgeschlagenen Trinkgelder werden somit insgesamt von 63 % abgelehnt. Umgekehrt halten nur 7 % diese Regelung für sehr gut, 24 % für eher gut. Besonders skeptisch sind Menschen ab 50: Unter ihnen lehnen 74 % die Trinkgeldvorschläge am Terminal ab.

Dazu Triple M Inhaberin Christina Matzka: „Die Gäste empfinden diese Vorschläge als Bevormundung, vor allem wenn die Trinkgeldbeträge nicht nur vorgeschlagen werden, sondern vielleicht sogar eine Option vorbelegt ist. Zudem werden Trinkgeldhöhen jenseits der 10 oder gar 15 Prozent als zu hoch empfunden und werfen bei den Gästen die Frage auf, ob denn die Entlohnung adäquat sei.“

Hintergrund der Trinkgeldvorschläge am Terminal ist die steigende Zahl der Kartenzahlungen in Österreich: Während im 2. Quartal 2023 Zahlungen in der Höhe von 721 Millionen Euro über Terminals in der Gastronomie abgewickelt wurden, waren es im 2. Quartal 2025 929 Millionen. Kartenzahlungen nehmen also an Bedeutung zu, ein Teil der Steigerung ist aber auch auf die Inflation zurückzuführen (Quelle: Oesterreichische Nationalbank).

„Ob die Methode ‚Trinkgeldvorschlag am Terminal‘ den gewünschten Erfolg bringt, bleibt abzuwarten. Die Gäste zeigen sich wenig begeistert, manchmal funktionieren aber auch Lösungen, die skeptisch gesehen werden, einfach aus Bequemlichkeit oder da viele Menschen Diskussionen in der Öffentlichkeit scheuen“, so Matzka abschließend.


Dokumentation der Studie: Online-Befragung über das Panel von Bilendi, n = 501 Interviews, repräsentativ für die Wiener Bevölkerung 16 bis 79 Jahre, max. Schwankungsbreite: +/- 4,4 %, Erhebungszeitraum: Juli 2026

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