Das digitale Kleidungsstück: 6 von 10 fühlen sich ohne Smartphone „nackt“

Das Smartphone ist für viele ein zentraler Lebensbestandteil. In der jüngsten Triple M Studie für ORF Radio Wien mit Unterstützung unseres Feldpartners Bilendi sagen 6 von 10 Wiener:innen, dass sie sich „nackt“ oder unvollständig fühlen, wenn sie ohne Smartphone außer Haus gehen. Diese Grundhaltung kommt in vielen weiteren Verhaltensweisen und Meinungen zum Ausdruck, von der Bildschirmzeit über den Wunsch nach dem neuesten Gerät bis hin zu den Tagesroutinen. Und: Trotz oder gerade wegen der zentralen Stellung des Smartphones ist eine deutliche Mehrheit der Wiener:innen für ein Social Media Verbot von Jugendlichen.


27 % der Wiener:innen stimmen der Aussage voll zu, dass sie sich „nackt“ oder unvollständig fühlen, wenn sie ohne Handy außer Haus gehen, weitere 36 % eher (Summe: 63 %). Bei den Unter 30-jährigen sind es sogar 83 % (50+: 50 %), unter den befragten Frauen 68 % (Männer: 57 %). Das Smartphone bzw. Handy ist damit im wahrsten Sinne des Wortes zu einem unverzichtbaren Wegbegleiter geworden. Durch die Übernahme immer mehr essenzieller Funktionen wie zuletzt der E-Card am Handy, wird dieser Trend weiter verstärkt.


Dementsprechend hoch ist die Bildschirmzeit: Laut Selbsteinschätzung sind es im Durchschnitt 4 Stunden pro Tag, laut Nutzungsstatistik am Smartphone 3,9 Stunden. Bei den Unter 30-jährigen sind es sogar 5,5 Stunden. Zum Vergleich: Die tägliche Zeitverwendung für Freizeit und soziale Kontakte liegt österreichweit bei rund 5,6 Stunden, wie die Statistik Austria ausweist. Auch das unterstreicht, wie zentral das Smartphone als Lebensbestandteil ist.


Rund die Hälfte der Wiener:innen sieht daher auch einige Verhaltensweisen an sich selbst, die zumindest teilweise als problematisch eingestuft werden können. Genau 50 % räumen selbstkritisch ein, dass sie mehr Zeit am Smartphone verbringen als gewünscht. Wieder stechen die Unter 30-jährigen hervor: 73 % stimmen dieser Aussage voll oder eher zu. Zunehmend wird der Griff zum Handy auch zur Verlegenheitsgeste oder zum Ritual, was 47 % der Wiener:innen an sich selbst beobachten.


Eine Folge dieses Verhaltens ist der Stellenwert, den die Hardware hat: 27 % meinen, meist eines der oder das neueste Modell zu haben. Ob dies technische Anforderungen oder Innovationen rechtfertigen, ist sekundär. Es geht um den Ausdruck eines Status und das Gefühl immer up-to-date zu sein. Mit dem Alter nimmt dieser Wunsch klar ab (bis 30: 34 %; 50+: 21 %). Zwischen Männern (29 %) und Frauen (26 %) ist das Ergebnis jedoch recht ausgeglichen; bei der Frage nach einem Tech-Feature für manche vielleicht überraschend.

Wie ist nun vor dem Hintergrund dieser hohen Smartphone-Affinität die Meinung zum geplanten Social Media Verbot für unter 14-jährige: Eine sehr große Mehrheit von 77 % stimmt diesem voll oder eher zu. Besonders hoch ist die Zustimmung von Personen mit Kindern unter 14 im Haushalt mit 84 %. Dies passt zur zumindest teilweise selbstkritischen Einschätzung der Wiener:innen in Bezug auf die eigene Smartphone-Nutzung. Viele wollen offenbar Kinder und Jugendliche vor zu viel Bildschirmzeit bewahren.


Dokumentation der Studie: Online-Befragung über das Bilendi-Panel, repräsentativ für die Wiener Bevölkerung zwischen 16 und 79 Jahren, n = 501, max. Schwankungsbreite der Gesamtstichprobe +/- 4,2 %Befragungszeitraum: 02. bis 10. April 2026

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